Januar 2009: Runter kommt man immer
Landeslehrgang des NWJJV zum Thema Übergang Stand/ Boden mit Thomas Stommel III.Dan Ju-Jutsu beim TV Konzen
"Ach, immer das Gleiche!" dachte sich wohl so mancher, als er das 'spannende' Thema des Landeslehrgangs des NWJJV las: "ÜbergangStand/Boden". Für viele Ju-Jutsuka eher lästige Pflicht denn kreativeKür.
Erschwerend kam noch hinzu, dass der Lehrgangsort Konzen zwar idyllisch in den sanften Höhen der Eifel liegt, die Anfahrt dorthin aber im Januar bei Eis und Schnee alles andere als idyllisch war.
Dessen war sich auch der Bezirksvertreter für den Aachener Bezirk,Werner Petersen, bewusst.
Es gelang ihm, einen echten Spitzenreferenten auf zu bieten: Thomas Stommel (3.Dan) von Dokan Hagen.
Thomas begann1978 mit Judo, was er auch bis heute praktiziert, und entdeckte später das Ju-Jutsu. Seit Ende der 90er kam bei ihm das Kobudo hinzu. 2002 widmete sich Thomas dann der Kampfkunst, die wohl die Königsklasse (nach dem erwähnten Judo) in Sachen Stand/Boden ist: Das Brazilian Jiu-Jitsu!
Das zog dann auch 30 Teilnehmer aller Graduierungen am 24. Januar in dietief verschneite Eifel.
Dafür wurden sie mit einem Lehrgang der Spitzenklasse belohnt.
Thomas begann pünktlich um 14:00 und beendete seinen Lehrgang um 18:05. Die fünf Minuten Überziehung waren die Pause, die übrigen vollen vier Stunden wurden intensivst durchgearbeitet.
Bezirksvertreter Werner Petersen: "Ich habe ja nun im Laufe der vielen Jahre, die ich Ju-Jutsu betreibe, viele Lehrgänge, auch echte Spitzenlehrgänge gesehen. Aber nur selten habe ich erlebt, dass alle Teilnehmer derart konzentriert und motiviert mit gearbeitet haben wie hier!".
Das begann schon beim Aufwärmen. Hier hatte Thomas Budospiele mitgebracht, die für die Teilnehmer erstens neu waren und zweitens auch einen Riesenspaß machten.
Danach ging es ans "Eingemachte": Bei Übergang Stand/Boden denkt man üblicherweise an Techniken aus der Halbdistanz die an eher verunglückte Würfe, oder ein technisch nicht sehr anspruchsvolles „zu Boden zerren“, erinnern.
Thomas aber verblüffte die Teilnehmer, in dem er in dieabsolute Nahdistanz ging, ja dieses sogar förmlich noch unterschritt.Wie eine zweite Haut klebte er förmlich am Uke, wenn er ihn bspw. von hinten oder auch von vorne umklammerte.
Warum machte er auch gleich klar: Wenn man derart am Gegner klebt, ist es für diesen derart erschwert, noch irgendwelche Gegentechniken anzuwenden. Thomas umklammerte bspw. den Uke von hinten so dicht, dass dieser weder einen Ellbogenstoß oder Kopfschlag oder eine sonstige Nahdistanzstechnik ausführen konnte. Keine Chance, Thomas war so dicht am Gegner, dass dieser schlicht *keinen* Bewegungsspielraum für so etwas mehr hatte.
Ähnliches von vorne: Thomas sprang den Gegner an, seine Beine umklammerte die gegnerischen Hüften, und mit dem Armen umschlang er den Oberkörper des Gegners so dicht wie möglich. Nun ist der Gegner zwar immobilisiert, aber an der Stelle fragt sich der erfahrene Ju-Jutsuka, wie um drei Teufels Namen man so noch jemanden zu Boden bringen will,wenn man selbst kein Bein mehr am Boden hat, keinen Hebel, nichts, und statt dessen wie ein Klammeraffe am Gegner klebt. Und an diesen Stelle begann Thomas förmlich zu zaubern: Mit nie gesehenen Techniken verblüffte er alle Anwesenden, von Weißgurt bis zum erfahrenen Danträger. Zum Beispiel biegt Thomas seinen Oberkörper blitzschnell nach unten ab und greift durch die Beine des überraschten Gegners. Jetzt sind die Karten neu gemischt!
Thomas: "Der Übergang Stand/Boden ist wie ein 3D-Ü-Ei Spiel, Spaß, Spannung und vor allem Ju-Jutsu in 3D".
Mit freundlichen Grüßen
Ju-Jutsu Team Kihaku
im TuS Rheinland Dremmen e.V.
Jochen Jansen
(Lizenzierter Kursleiter Gewaltprävention, Selbstbehauptung
und Selbstverteidigung für Kinder und Jugendliche)
Schillerstr.32, 52525 Heinsberg-Dremmen
02452 6590805
