Ju-Jutsu

Ju-Jutsu ist Sport und Selbstverteidigung für jedermann.
Der Deutsche Ju-Jutsu-Verband e.V. ist der Spitzenverband für Selbstverteidigung im Deutschen Sportbund. Heute ist Ju-Jutsu ein dienstliches Pflichtfach der Polizei und des Strafvollzugs.

Ju-Jutsu: Die sanfte Kunst
Ju: sanft, geschmeidig, nachgeben
Jutsu: Kunst, Technik, Kunstgriff, Handwerk

Ju Jutsu ist ein Sport, der hauptsächlich die Selbstverteidigung in Form von Würfen,

Schlägen,

Tritten,

Würgegriffen,

und Hebeltechniken lehrt.

Hervorzuheben ist, wie bei allen Sportarten der Selbstverteidigung:

  • der erzieherische Aspekt
  • das körperliche Training
  • das Erlernen der Selbstbeherrschung
  • Disziplin, ohne die ein solcher Sport nicht ausgeführt werden kann


Ju-Jutsu ist eine moderne waffenlose Selbstverteidigung. Sie beinhaltet die wirkungsvollsten Techniken aus Judo, Karate, Aikido und einigen anderen Kampfsportarten. Unser Ju-Jutsu-System ist in Europa entwickelt worden, um sich wirkungsvoll gegen Angriffe auf der Straße verteidigen zu können.

Wegen seiner Wirksamkeit bleibt Ju-Jutsu eine ausgezeichnete Waffe der Selbstverteidigung und man räumt ihm einen festen Platz unter den Kampfsportarten ein. Ju-Jutsu wird auch in
Zukunft seinen Weg in der Geschichte machen.

 

Mehr über Ju-Jutsu

 

 

Warum Ju-Jutsu?

 

Ju-Jutsu ist ein Sport, der es ermöglicht, eine Art der  Selbstverteidigung zu lernen, die die Verhältnismässigkeit im Rahmen des Notwehrrechtes wahrt.

Im Ju-Jutsu steht eine grosse Auswahl von Techniken zur Verfügung, die eine der jeweiligen Situation angemessene Selbstbehauptung  ermöglichen.
Ju-Jutsu ist jedoch nicht nur Selbstverteidigung, sondern auch Sport im Verein, zusammen mit Gleichgesinnten. Man hat  die Möglichkeit sowohl Stress abzubauen als auch seine persönliche Fitness  allmählich zu steigern und dabei nette Leute kennen zu lernen.

 

 

Bin ich fit genug für das  Ju-Jutsu Anfängertraining?

Ju-Jutsu Training kann man auch als untrainierter Mensch, der bisher nur wenig oder gar keinen Sport getrieben hat, beginnen.Die Grundübungen können dem individuellen Trainingszustand gut angepasst werden. Man fängt mit leichten Übungen an, die ganz allmählich gesteigert werden.

 

 

Bin ich zu alt für das Ju-Jutsu Training?

Die Altersspanne in unserem Verein reicht zur Zeit von 25 bis 61 Jahre. Es gibt viele Ju-Jutsuka, die  deutlich über Vierzig waren, als sie mit diesem Sport begonnen haben.

 

Was benötige ich für ein Probetraining?

Eine lange Sporthose und ein T-Shirt oder Sweatshirt reichen völlig aus. Es wird barfuss auf Judomatten trainiert. Daher sollte man auch Duschzeug und Badelatschen dabei haben. 

Welche Kosten fallen  für Sportkleidung und Ausrüstung an?

  • Anzug ab ca. 45,- € 
  • weitere Schutzkleidung optional (z.B. Tiefschutz ab ca. 12,-€ )

Wieviel Zeit muss ich investieren, um im Ju-Jutsu voranzukommen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie zum einen vom individuellen Lerntempo, aber auch von der  Motivation und Begabung des Einzelnen abhängt.

Etliche unserer Mitglieder trainieren bedingt durch  berufliche oder familiäre Verpflichtungen unregelmässig, oft nur einmal pro Woche oder nur alle 14 Tage. Auch sie nehmen in den gleichen Intervallen wie alle anderen Mitglieder an Gürtelprüfungen teil und entwickeln sich sportlich weiter. Wesentlich sind nicht der Wettbewerb mit anderen Sportkollegen sondern die Freude am Training und das persönliche Erfolgserlebnis durch den individuellen Lernfortschritt. 

 

 

Wie lange muss ich trainieren, um mich wirkungsvoll verteidigen zu können?

Grundlage für eine erfolgreiche Selbstbehauptung  im Alltag sind ein positives Selbstwertgefühl und ein Bewusstsein, daß man es wert ist,  sich zu verteidigen,  sowie Vertrauen in die eigene Handlungskompetenz. Die Fähigkeit, sich wirkungsvoll verteidigen zu können, wird daher in einer für jeden Mensch  individuell verschiedenen Zeitspanne erworben.  

 

 

Welche Qualifikation  haben die Übungsleiter in unserem Verein?

Unsere Übungsleiter sind ausgebildete Fachübungsleiter mit Lizenzgültigkeit im gesamten Geltungsbereich des Deutschen Olympischen Sport Bundes.

 

 

In welchem Verband ist unser Verein Mitglied?

Dokan Hagen e.V. ist Mitglied im Nordrhein-Westfälischen Ju-Jutsu Verband e.V. und im Landessportbund NRW. 

 

 

Bin ich hier auch als Frau gut aufgehoben?

  • Um Ju-Jutsu auszuüben, benötigt man keine große Körperkraft.
  • Unser Verein hat einen Frauenanteil von z.Z. ca. 30 % (Stand Januar 2017)
  • Unsere Frauen trainieren auch mit den Männern, um realistisch üben zu können.

 

 

Muß ich als Anfänger beim Training von stärkeren und fortgeschritteneren Schülern  viel einstecken?

Jeder unserer Übungsleiter achtet während der Trainingseinheit auf ein faires Miteinander und schreitet bei unangemessener Härte ein. Ju-Jutsu-Training und Fairness gehören eng zusammen.

 

 

Budo-Prinzipien

 

Unser heutiges Ju-Jutsu ist die moderne Selbstverteidigung aus der Praxis für die Praxis. Sie ist leicht erlernbar, vielseitig anwendbar und äußerst effektiv.

 

Ju-Jutsu geht zurück auf das in Japan in Jahrhunderten entwickelte waffenlose Selbstverteidigungssystem Jujutsu. Die genaue Herkunft des ursprünglichen Jujutsu ist unbekannt. Es kam wahrscheinlich im Zuge des Kulturaustausches bereits im 10. Jahrhundert als Kempo aus China nach Japan. Es ist anzunehmen, dass es von Mönchen und Händlern ins Land gebracht wurde. Sicher ist, dass es in Japan lange vorher Formen der unbewaffneten Selbstverteidigung gab, die aus dem traditionellen Sumo entwickelt wurden und die man Kumi Uchi nannte. Bereits im 12. Jahrhundert gab es eine von General Shinra Saburo entwickelte japanische Schule des Handkampfes. Diese Schule lag den Methoden des Sumo noch deutlich nahe. Die Techniken waren im "Konjaku monogatari", einer buddhistischen Schrift aus dem 13. Jahrhundert, beschrieben.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene Bezeichnungen für Jujutsu:
Wajutsu, Yawara, Kumi Uchi, Kogusoku, Kempo, Hakuda, Hakushu, Shime, Shuhaku, Taijutsu und Torite

Diese Systeme gehörten alle zum Weg des Bogens und des Pferdes

. Sie verbesserten die primitiven Techniken und verbanden sie mit den Bewegungen aus den chinesischen Kampfschulen Quanfa, Shuaijiao und Qinna.
 

Bevor es weitergeht, hier zwei kleine Erklärungen:

  • Jujutsu (zusammen geschrieben)
    meint die japanischen Systeme
  • Ju-Jutsu getrennt geschrieben)
    meint das heutige deutsche System im Deutschen Ju-Jutsu Verband 

 

Für die mittelalterlichen Samurais war der Gebrauch der leeren Hand

recht selten, da ihre Gegner immer bewaffnet waren. Im Nahkampf wurden daher höchstens kraftvolle Ringertechniken eingesetzt, wobei sich die Kämpfer mit dem Kurzdolch zu besiegen versuchten. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich jedoch Jujutsu immer nur parallel zu den Waffensystemen in den verschiedenen Schulen. Erst in der friedvolleren Zeit der Tokugawa-Herrschaft entwickelte sich aus den kriegerischen Nahkampfmethoden der Samurais das waffenlose Jujutsu unabhängig von den Waffensystemen. Somit entstammt das heutige Jujutsu einer Zeit, in der das Tragen von Rüstungen und Waffen nicht mehr aktuell war. In der friedlichen Zeit der Tokugawa-Periode verbreitete sich die Kampfmethode der "leeren Hand" (Jujutsu) daher schnell als Selbstverteidigungssystem. Dieses System beruhte auf weniger Kraft als das alte kriegerische Kumi Uchi und räumte auch somit körperlich unterlegenen Gegnern eine Chance ein. Es enthielt Tritt-, Schlag-, Würge-, Hebel-, Wurf-, Abführ-, Fessel- und Festhaltetechniken. Während der Tokugawa-Periode gab es in Japan über 700 Schulen (Ryu). Jede entwickelte eigene Techniken und somit auch einen eigenen Stil des Jujutsu. So wurde das technische Gebiet des Jujutsu bald unüberschaubar groß. Mitte des 19. Jahrhunderts, als in Japan eine Verdrängungswelle gegen alles Traditionelle einsetzte, geriet das Jujutsu in Vergessenheit und wurde nur noch wenig praktiziert. Durch den Niedergang der Meiji-Periode verlor die Kunst an Bedeutung und es gab nur noch wenige Japaner, die diese Selbstverteidigungsmethode beherrschten. Später jedoch wurde es wieder aufgenommen und fand ab Mitte des 20. Jahrhunderts seine Verbreitung als Kunst der Selbstverteidigung in der ganzen Welt.

Heute wird Ju-Jutsu in drei Hauptzweige klassifiziert:

  1. Die klassischen japanischen Systeme. Sie halten sich strikt an die Traditionen und lehren die Techniken der alten Zeit.
  2. Ein Zweig neuen Datums aus der Meiji-Zeit, der sich Goshinjutsu oder auch Nihon-Goshinjutsu nennt. Seine Techniken sind von den modernen Systemen wie Judo, Karate und Aikido beeinflusst.
  3. Systeme, die von Nichtjapanern gegründet wurden und Gaijin-Goshinjutsu genannt werden. Sie sind nicht an die Traditionen gebunden und entwickeln eigene Konzepte, Prüfungsverfahren und Graduierungen. Die meisten Ju-Jutsu-Systeme in Deutschland gehören zu dieser Gruppe.

Hier kommen wir zu dem Ju-Jutsu, das bei uns unter den Richtlinien des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes gelehrt wird.

Alle Techniken können - je nach Situation und Notwendigkeit - sowohl in sehr harter und zerstörerischer Form als auch relativ sanft angewendet werden. Dies eröffnet dem Verteidiger stets die Möglichkeit, sich im Rahmen der gesetzlichen geforderten Verhältnismäßigkeit zu bewegen. Die Härte der Verteidigung muss dem Angriff angemessen sein, so dass kein Missverhältnis entsteht.

Für eine umfassende Selbstverteidigung ist jedes der einzelnen Grundelemente jedoch nur ein Teil des Ganzen geblieben. Die Vollkommenheit liegt in der Zusammenfassung zu einem System. Hinzu kommen die für das Ju Jutsu speziell entwickelten Festhalte-, Aufhebe-, Transport- und Nothilfetechniken. Auch die Grundlagen der Konfliktbewältigung und Selbstbehauptung ohne den Einsatz körperlicher Gewalt werden im Ju-Jutsu vermittelt.

In der jüngeren Zeit sind nicht nur die Angriffe raffinierter, vielfältiger, brutaler und wesentlich gefährlicher geworden, sondern auch eine erheblich höhere Gewaltbereitschaft der Täter und eine große Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Opfer kommen hinzu. Hier gilt es, dem ein Selbstverteidigungssystem entgegenzusetzen, das leicht erlernbar ist, von Personen jeden Alters und Geschlechts angewendet werden kann und optimale Wirkung erzielt.

Im Ju-Jutsu sind altbewährte Erkenntnisse vieler Kampfsportarten, aber auch neue Erkenntnisse unter dem Grundsatz "aus der Praxis für die Praxis" zu einer modernen und sehr effektiven Selbstverteidigung zusammengeführt. Weil auch die Sicherheitsbehörden erkannt haben, dass Ju-Jutsu sehr praxisnah und wirkungsvoll ist, wurde es bei den Polizeien der Länder und des Bundes dienstliches Ausbildungsfach.

 

Ju-Jutsu - das neue System

Das Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführte Jiu-Jitsu war in den 60er Jahren nicht mehr zeitgemäß.

Das Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführte Jiu-Jitsu war in den 60er Jahren nicht mehr zeitgemäß. Es war dringend erforderlich, etwas Neues, vor allem aber Wirkungsvolleres zu schaffen. Hochgraduierte Dan-Träger erhielten den Auftrag, eine moderne und effektive Selbstverteidigung zu erarbeiten. Federführend dabei waren Franz Josef Gresch und Werner Heim. Sie stellten aus den verschiedensten Budo-Systemen die wirkungsvollsten Techniken zu einem neuen System zusammen, das den Namen Ju-Jutsu erhielt.

1969 wurde das neue Ju-Jutsu dann in Deutschland eingeführt. Es geht nicht mehr vom Angriff aus, sondern primär von den Verteidigungstechniken. Alle Verteidigungstechniken sind gegen mehrere Angriffsarten anwendbar. Ziel ist es, die Bewegungsabläufe durch ständiges Training so zu automatisieren, dass die Verteidigung ohne Nachdenken erfolgt, d. h. automatische Reflexe im Unterbewusstsein (sogenannte Automatismen) ablaufen.

In der freien Selbstverteidigung werden die Einzeltechniken so aneinandergereiht, wie sie sich durch das Verhalten des Angreifers ergeben (sogenannte Kombinationen oder Weiterführungstechniken). Nicht der Verteidiger entscheidet über die Technikfolge, sondern die Handlungen des Angreifers, denen sich der Verteidiger mit dem Ziel anpasst, ihn angriffsunfähig zu machen. In der "freien Selbstverteidigung" zeigt sich die echte Kunst der Selbstverteidigung, d. h. die Perfektionierung.

 

 

Elemente und Prinzipien des Ju Jutsu

Das Ju-Jutsu beinhaltet mehr, als der Name allein erkennen lässt.

Ju bedeutet sanft, d. h. ausweichen, anpassen, nachgeben. Jutsu bedeutet Kunst oder Kunstgriff. Ju-Jutsu ist also die Kunst, durch Ausweichen oder Nachgeben die Kraft des Angreifers zu nutzen und ihn damit zu besiegen. Falls erforderlich, kann ein Angriff aber auch in direkter Form, z. B. durch Atemi (Schock)-Techniken abgewehrt werden. Über allen Verteidigungstechniken steht das "ökonomische Prinzip", also mit dem geringsten Aufwand den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Alle Verteidigungstechniken können in weicher oder harter Form mit vielen Zwischenstufen nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit angewandt werden. Sollen die Techniken voll wirksam werden, müssen ihre Prinzipien beachtet werden. Wirksamkeit heißt nicht Kraft oder Gewalt, sondern richtige Technikanwendung und -ausführung. Nur so ist es auch Kleineren und Schwächeren möglich, sich gegen stärkere Angreifer erfolgreich zu verteidigen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Dokan Hagen e.V.